Konflikte rechts abbiegende Autos, geradeaus fahrende Radfahrer an Kreuzungen

Bei längeren Rotphasen ist ein Streifen für Radfahrer rechts eines Geradeaus- und Rechtsabbiegestreifens gut dafür, um an der Autoschlange vorbei bis vorne fahren zu können, wo man dann im Sichtbereich der Autofahrer stehen kann, und außerhalb der Abgasbelastung. Die aufgestauten Radfahrer haben damit einen deutlichen Sicherheitsvorteil.

Die bei “frischem” Grün ankommenden Radfahrer haben allerdings den Nachteil, dass der noch stehende, dann aber rechts abbiegende Autofahrer, einen Blick über die Schulter werfen muss oder in seinen rechten Rückspiegel schauen muss. Für diesen Moment, also evtl. die Grünsekunden 3 – 10, ist bei dieser Gestaltung eine Gefährdung der Radfahrer gegeben. Diese ist allerdings genau so bei jedem rechs liegenden Radweg vorhanden – und dort in der Regel größer, weil der tote Winkel bei Lkw oder Bussen eben genau den typischen Abstand eines Radweges umfasst.

Ein direkt neben dem Fahrstreifen der Autos liegender Radfahrstreifen hingegen ist den überwiegenden Teil der Zeit im Rückspiegel einsehbar, erst wenn der Lkw oder Bus leicht rechts einschlägt, also schon auf den Radfahrstreifen drauf fährt, verschwindet auch dieser Radfahrer im toten Winkel.

Mit einem eigenen Rechstabbiegestreifen läßt sich dies Problem weitgehend lösen, wenn -1- Radfahrer die Rechtsabbiegestreifen auch zum geradeausfahren mitnutzen können, wie oft in Kopenhagen, oder aber -2- der Radfahrstreifen weiter verläuft in einen links des Rechtsabbiegestreifens liegenden Geradeaus-Radfahrstreifen. Bei -1- fahren Rechtsabbieger und geradeausfahrender Radfahrer hintereinander und fahren im Kreuzungspunkt auseinander. Bei -2- geschieht die Verflechtung, während beide fahren, wobei der Autofaher in aller Regel den Radfahrer vor sich fahren sieht und dessen Fahrmanöver in sein Handeln einbeziehen kann. Auch hier gibt es den Moment der tot-Winkel-Gefährung, aber nur dann, wenn der Autofahrer wegen Staus langsamer ist als der Radfahrer, der von hinten kommt. Diese Situation ist aber selten, weil Verkehrsplaner, wenn sie eine Rechstabbiegespur einplanen, diese häufig so lang planen, dass es nur selten zum Stau kommt.

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